24. September 2012 | Matthias Ondracek

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Es hat nicht sollen sein. Die deutsche Nationalmannschaft ist beim World Baseball Classic 2013 nur Zuschauer. Das Team von Bundestrainer Greg Frady war im Finale des Qualifikationsturniers in Regensburg chancenlos. Die DBV-Auswahl unterlag Top-Favorit Kanada klar mit 1:11.

Die „Ahornblätter“ machten von Beginn an Dampf und legten direkt im ersten Durchgang vier Punkte vor. Chris Robinson eröffnete den Punktereigen mit einem Two-Run-Homerun. Tim Smith und Jimmy van Ostrand besorgten die beruhigende Vier-Punkte-Führung für Kanada.

Der deutsche Starting Pitcher Andre Hughes hatte seine Probleme mit der geballten Offensivkraft des Weltranglisten-Fünften. Der Solinger ließ im ersten Spielabschnitt drei Schlagmänner per Freilauf auf Base. Die Kanadier nutzten die Schwäche des Linkshänders eiskalt aus.

Der zweifache WBC-Teilnehmer machte im zweiten Inning da weiter, wo er im ersten aufgehört hatte. Zwei Doubles in Folge und ein Homerun von Adam Loewen später stand es 7:0. Coach Frady hatte zu diesem Zeitpunkt bereits reagiert und mit Eugen Heilmann einen neuen Werfer gebracht. Loewen zimmerte allerdings gleich den ersten Wurf des Paderborners aus dem Stadion.

Die deutsche Offensive wirkte geschockt von dem schlechten Start. Die zweitbeste Angriffsabteilung des Turniers brauchte bis ins vierte Inning, um einen Treffer einzufahren. Eric Suttle durchbrach erstmals die Dominanz von Kanadas Star-Werfer Andrew Albers. Wenig später besorgte Aaron Altherr mit einem Solo-Homerun über den Centerfield-Zaun den ersten Punkt der Gastgeber. Dies war aber nur ein kurzes Lebenszeichen der deutschen Equipe.

Albers dominierte die schwarz-rot-goldenen Schlagleute fast nach Belieben. Der Double-A-Profi ließ in sechs Durchgängen nur zwei Hits zu. Der Spieler des Jahres 2011 verbuchte zudem drei Strikeouts und erlaubte dem Frady-Team keinen Walk. Der Linkshänder avancierte damit wie schon bei den Pan Am Games 2011, als Kanada den Titel holte, zum Sieg-Garanten im Endspiel.

Bei Deutschland übernahm im dritten Spielabschnitt Luke Sommer das Zepter. Der Werfer vom niederländischen Meister Corendon Kinheim dämmte die Angriffsmaschinerie der Kanadier zwischendurch ein. Lediglich Jimmy van Ostrand verbuchte mit seinem vierten Turnier-Homerun Zählbares gegen den ehemaligen Triple-A-Profi.

Sommer blieb bis zum sechsten Durchgang auf dem Werferhügel der Deutschen. In der Folge wechselte Bundestrainer Frady munter durch. Insgesamt vier Pitcher teilten sich den Rest der Partie. Will Ohman, Daniel Thieben, Adam Kudryk und Martin Dewald durften Final-Luft schnuppern.

Die Nordamerikaner zeigten sich von den Wechsel-Spielchen allerdings wenig beeindruckt. Im achten Durchgang legten die Kanadier nochmal einen Gang zu. Nach zwei Freiläufen schickte zunächst Shawn Bowman mit einem weiten Double seine Teamkollegen Jimmy van Ostrand und Adam Loewen nach Hause.

Um einen weiteren Punkt zu verhindern ließ sich Trainer Frady einen besonderen Schachzug einfallen. Der Coach tauschte einen Outfielder aus und wechselte einen zusätzlichen Infielder ein. Doch auch diese Maßnahme verhalf Deutschland nicht mehr zurück ins Spiel. Nach einem Opferschlag von Rene Tosoni markierte Bowman den umjubelten Siegpunkt für Kanada. Die Begegnung endete aufgrund der Ten-Run-Rule nach dem achten Inning vorzeitig.

Der zuvor so gefährlichen Angriffsformation der Schwarz-Rot-Goldenen gelang an diesem Tag nicht viel. Nur drei Hits standen am Ende für das Team von Greg Frady zu Buche. Fünf Strikeouts mussten die deutschen Schlagleute hinnehmen.

Die Kanadier qualifizierten sich damit zum dritten Mal für die Endrunde des World Baseball Classic. Die „Ahornblätter“ sind nun eines von bisher 13 Teams, das bei allen drei Auflagen mit von der Partie war. Deutschland ist im März 2013 erneut nur Zuschauer.

Nach Spielschluss gingen in der Armin-Wolf-Arena die Lichter aus. Mit einem tosenden Feuerwerk ging das bisher größte Baseball-Event Europas zu Ende.