23. September 2012 | Matthias Ondracek

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Das Traumfinale ist perfekt! Gastgeber Deutschland und Top-Favorit Kanada stehen im Endspiel des World Baseball Classic Qualifier am Montagabend (19 Uhr). Nur der Gewinner fährt zur Endrunde in den USA im März 2013. Für die Kanadier käme eine Niederlage einer Schmach gleich. Deutschland hat dagegen eine historische Chance.

Noch nie zuvor war die deutsche Nationalmannschaft so nah dran an der Weltspitze. Nur die 16 besten Nationen sind beim World Baseball Classic 2013 am Start. Ein Sieg trennt das Team von Bundestrainer Greg Frady von der „größten Errungenschaft in der Geschichte des deutschen Baseball“, wie es der Trainer vor dem Turnier bezeichnete.

Die „Ahornblätter“ hingegen waren bei beiden bisherigen Auflagen des WBC mit von der Partie. Die Nordamerikaner sind der amtierende Champion der Pan Am Games, dem amerikanischen Gegenstück zur Europameisterschaft. Bei den beiden letzten Weltmeisterschaften belegten die Kanadier jeweils den dritten Platz. Die Qualifikation ist für das Team von Manager Ernie Whitt ein Muss.

Beide Mannschaften überzeugten im Turnierverlauf mit hervorragenden Offensivleistungen. Das deutsche Team erzielte in seinen drei Partien insgesamt 39 Punkte und verbuchte 35 Hits. Die treibenden Kräfte waren dabei Aaron Altherr und Matt Weaver mit je fünf Treffern. Third Baseman Weaver gelangen bisher zwei Homeruns. Altherr schlug den Ball einmal aus dem Stadion.

Gefährlicher als die deutsche Offense präsentierte sich in diesen Tagen nur die Angriffsmaschinerie Kanadas. Bei einem Spiel weniger als die deutsche Equipe kamen die Favoriten auf 32 Hits und 27 Zähler. Jimmy van Ostrand ist mit drei Homeruns der Führende beim WBC. Tyson Gillies ist mit sechs Hits am effektivsten.

Ihre Offensivstärke demonstrierten beide Mannschaften beim ersten Aufeinandertreffen am Samstagabend eindrucksvoll. Mit 16:7 behielten die Kanadier am Ende deutlich die Oberhand. Das deutsche Team hielt aber lange Zeit mit. Auch deshalb sieht Coach Frady durchaus eine Chance gegen den übermächtig erscheinenden Gegner. „Ich bin sehr zuversichtlich was unsere Offensive betrifft“, so der Trainer: „Wir müssen einfach besser pitchen als beim letzten Mal.“

Um dieses Vorhaben umzusetzen, schickt Frady den Solinger Andre Hughes auf den Werferhügel. „Das war von vorneherein der Plan. Andre war schon häufig in so einer Druck-Situation und hat große Siege für uns davongetragen“, lobt der Bundestrainer seinen Schützling. Bei Kanada erhält Andrew Albers das Vertrauen. Der Linkshänder ist ein echter Hochkaräter. Der Double-A-Profi fuhr schon den 2:1-Sieg gegen die USA im Finale der Amerika-Meisterschaft ein.