19. September 2012 | Ulrike Fisch

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Dass Deutschland baseballverrückt ist, hat sich herumgesprochen - spätestens seit der WM-Vorrunde in 2009 in Regensburg! Nicht nur bei den Zuschauerzahlen wurden alle anderen Spielstätten abgehängt, sondern auch bei der Anzahl der freiwilligen Helfer, ohne die so ein Turnier nicht auf die Beine zu stellen ist. Für den diesjährigen World Baseball Classic Qualifier startete das Orgateam im April mit dem ersten Aufruf für Volunteers – und nicht nur aus dem ganzen Bundesgebiet trudelten fortan täglich die Anmeldebögen ein. Neben freiwilligen Helfern aus z. B. Hamburg, Berlin oder Mönchengladbach campen auch einige aus den Nachbarländern Österreich und Ungarn eine Woche lang, um z. B. den Cateringbereich zu unterstützen – Baseball kennt keine Grenzen!

Das zeigten auch zwei aussergewöhnliche Bewerbungen von freiwilligen Helfern. Jose, geboren auf Kuba, aufgewachsen in Südamerika, betreute die kubanische Nationalmannschaft während der World Baseball Classic 2009 in Mexico-City. Jetzt studiert er in London, der Weg nach Regensburg wäre also nicht so weit gewesen... Die kilometermäßig weit entfernteste Volunteerbewerbung erreichte das Orgabüro nach einer vierwöchigen Reise auf dem Land/See-Postweg – leider zu spät, um für die Einteilung der Helfer noch berücksichtigt werden zu können. Nicht schlecht gestaunt hatte man dabei über den Inhalt eines großen, braunen Kuverts mit wunderschönen nigerianischen Briefmarken inkl. Hologramm: enthalten war eine ausführliche Bewerbungsmappe mit Anschreiben mit Prägesiegel, Kopien von bestandenen Scoring-Lehrgängen und Teilnahmebescheinigungen von Coaching-Einheiten. Omotosho, so der Name des potentiellen Volunteers, kommt aus Lagos/Nigeria und ist neben seiner eigentlichen Aufgabe als Nationaler Technischer Direktor auch schon als freiwilliger Helfer für die südafrikanische Baseballvereinigung tätig gewesen. Unbedingt wolle er jetzt im September die weite Reise nach Regensburg auf sich nehmen, um mitzuhelfen, nicht zuletzt deshalb, um die Erfahrungen, die er hier zweifelsohne während der Turniertage sammeln könne, in sein Land mitzunehmen, um auch dort den Baseballsport weiter voran zu bringen. Diese Motivation teilt er sicherlich mit den rund 300 baseballverrückten Volunteers, die in den kommenden Tagen in und um die Baseballarena mit einem Lächeln auf den Lippen zum Erfolg des sportlichen Mega-Events beitragen.